Wirtschaftlichkeit

Was ein KI-Assistent wirklich kostet

Wer nur die Preise pro Million Token vergleicht, wird beim ersten Quartalsabschluss überrascht. Nicht, weil die Rechnung des Anbieters hoch wäre, sondern weil sie der kleinste Teil davon ist.

Sebastian Sieber2 Minuten Lesezeit

Wir legen in jedem Angebot offen, welcher Posten wofür steht. Nicht aus Grosszügigkeit, sondern weil ein Kunde, der die Struktur der Kosten versteht, die richtigen Fragen stellt und später keine bösen Überraschungen erlebt.

Die fünf Posten

  1. 01Analyse und Konzept: einmalig, meist ein bis zwei Wochen. Das Ergebnis ist eine Entscheidungsgrundlage, kein Code.
  2. 02Umsetzung: der sichtbare Teil. Anbindung an bestehende Systeme, Oberfläche, Rechte, Tests.
  3. 03Integration in die vorhandene IT: fast immer unterschätzt, weil gewachsene Systeme selten saubere Schnittstellen haben.
  4. 04Betrieb: Überwachung, Aktualisierungen, Anpassungen, Ansprechpartner. Läuft monatlich weiter.
  5. 05Nutzung: die eigentlichen Modellkosten. In den meisten KMU-Projekten der kleinste Betrag von allen.

Als grobe Verteilung über die ersten zwölf Monate sehen wir häufig: rund die Hälfte Umsetzung und Integration, rund ein Drittel Betrieb, der Rest verteilt sich auf Analyse und Nutzung. Die Modellkosten liegen bei typischen Anwendungsfällen im niedrigen dreistelligen Bereich pro Monat, während der Betrieb ein Vielfaches davon ausmacht.

Der Posten, den niemand budgetiert

Die teuerste Position steht in keinem Angebot: die Zeit Ihrer eigenen Leute. Ein KI-Projekt braucht jemanden aus dem Fachbereich, der erklärt, wie tatsächlich gearbeitet wird, der Zwischenstände beurteilt und der später Kollegen einführt. Rechnen Sie mit ein bis zwei Tagen pro Woche über die Projektlaufzeit. Wer diese Zeit nicht freistellt, verlängert das Projekt und verschlechtert das Ergebnis.

Ein KI-Projekt ohne freigestellte Fachperson wird nicht günstiger. Es wird nur langsamer und schlechter.

Wann sich das rechnet

Ein einfaches Beispiel ohne Schönfärberei: Eine Aufgabe fällt täglich fünfzig Mal an und dauert je vier Minuten. Das sind rund zweihundert Minuten Arbeitszeit am Tag. Halbiert ein Assistent diesen Aufwand, entspricht das über ein Jahr ungefähr einer halben Stelle. Gegen diese Zahl rechnen Sie Umsetzung und Betrieb, und Sie sehen innerhalb von zwei Minuten, ob sich das Vorhaben trägt.

Wichtig dabei: Gesparte Minuten sind nur dann Geld, wenn die frei werdende Zeit tatsächlich anders genutzt wird. Wir schreiben in Angebote deshalb dazu, welche Tätigkeit an die Stelle der eingesparten treten soll. Ohne diesen Satz ist eine Nutzenrechnung nur eine Behauptung.

SS

Sebastian Sieber

Co-Founder · Technology & AI

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