Technik

Cloud-API oder On-Premise? Eine ehrliche Entscheidungshilfe

Kaum eine Frage wird so ideologisch diskutiert wie diese. Dabei ist sie in den meisten Fällen eine nüchterne Rechnung aus drei Grössen: Datensensibilität, Auslastung und verfügbares Betriebswissen.

Sebastian Sieber2 Minuten Lesezeit

Beide Wege funktionieren. Wir bauen beides, und wir haben kein wirtschaftliches Interesse an der einen oder anderen Antwort. Was zählt, ist, welcher Weg zu Ihrem Datenbestand, Ihrer Nutzungsmenge und Ihrer IT passt.

Was eine Cloud-API wirklich gut kann

Sie starten in Tagen statt Monaten, Sie zahlen nach Verbrauch, und Sie bekommen ohne eigenes Zutun jedes halbe Jahr ein deutlich besseres Modell. Für unregelmässige Lasten, für Textaufgaben ohne besonders schützenswerte Inhalte und für alles, was Sie erst noch ausprobieren, ist das der günstigere und schnellere Weg.

Der Preis dafür: Sie geben Inhalte aus der Hand, Sie sind an die Verfügbarkeit und die Preisgestaltung des Anbieters gebunden, und Sie brauchen eine vertragliche Grundlage dafür.

Was für eigene Infrastruktur spricht

Offene Modelle sind für viele Aufgaben inzwischen ausreichend gut. Klassifikation, Zusammenfassung, Extraktion aus Dokumenten, Suche über eigene Bestände: das läuft auf einer einzelnen gut ausgestatteten Maschine im eigenen Rechenzentrum, und die Daten verlassen das Haus nie.

Der Preis dafür: Jemand muss die Maschine betreiben, Modelle aktualisieren, Kapazität planen und im Störungsfall reagieren. Das ist keine Nebentätigkeit. Wer diese Rolle nicht besetzen kann oder will, sollte On-Premise nicht wählen, egal wie gut es sich in der Präsentation anhört.

Eigene Hardware kauft man nicht wegen der Rechenleistung, sondern wegen der Zuständigkeit für die Daten. Wer diese Zuständigkeit nicht ausfüllt, hat nur teure Hardware.

Die Rechnung, die wir aufmachen

Als Faustregel: Unterhalb eines konstanten Grundverbrauchs ist die API günstiger, oberhalb kippt es. Der Umschlagpunkt liegt bei den meisten KMU deutlich höher, als sie vermuten. Für gelegentliche Nutzung im Tagesgeschäft liegen die API-Kosten häufig im Bereich einer kleinen Softwarelizenz, während eine passende Maschine samt Betrieb im Jahresvergleich das Mehrfache kostet.

Dreht sich das Verhältnis, weil ein Modell dauerhaft ausgelastet ist oder weil Inhalte das Haus nicht verlassen dürfen, rechnet sich der eigene Betrieb schnell. Genau diese Rechnung machen wir vor der Entscheidung, mit Ihren Zahlen und nicht mit Beispielwerten.

Der dritte Weg, den die meisten übersehen

Die Entscheidung ist selten ganz oder gar nicht. Ein sinnvolles Muster: sensible Vorverarbeitung im Haus, unkritische Textarbeit über die API. Dokumente werden lokal durchsucht und reduziert, nur der entstandene, entpersonalisierte Ausschnitt geht nach aussen. So bleibt der schützenswerte Bestand intern, und Sie profitieren trotzdem von den grossen Modellen.

SS

Sebastian Sieber

Co-Founder · Technology & AI

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